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Möbeldesign kehrt zu schlichten Wurzeln zurück

Während vor ein paar Jahren oder Jahrzehnten das Design nicht ausgefallen, schrill und unpraktisch genug sein konnte, kehren die Farben und Formen von Designschmuckstücken nun zu Schlichtheit und Stabilität zurück.

Auf den internationalen Möbelmessen wie zum Beispiel derjenigen in Mailand werden jedes Jahr die Neuheiten und hippen Innovationen aus der Branche der Designermöbel vorgestellt und sowohl Designer wie auch Entwickler präsentieren sich dort stolz wie Oskar. Egal ob Lampen, Stühle oder Tische – was vor einiger Zeit noch zählte und kreativ war, waren ausgefallene Formen, innovative Materialien und schräge Farben. Da kam es mitunter vor, dass zum Beispiel ein Designerstuhl mehr einer Rutsche oder einer Miniatur-Rodelbahn glich und alles andere als ein bequemer Stuhl war. Man musste sich ja nicht unbedingt darauf setzen, sondern konnte ihn auch einfach zur Deko in seinem Loft aufbewahren, um Gästen zu zeigen, was man hat und wieviel man hat.

Der neue Trend? Ein alter Trend!

Dieser Trend scheint sich nun langsam aber sicher wieder zu legen und Designer wie Hersteller kehren zu vereinfachten Möbeln zurück, die funktional und praktisch sind. Dass sie dabei nicht gleichzeitig auf ihr ausgetüfteltes Design und ihre Einzigartigkeit verzichten müssen, besteht in der Idee und der Kunst des Designs. Worauf es also ankommt, ist Funktionalität, Innovation, formale Qualität, Ergonomie, symbolischen und emotionalen Gehalt sowie den Selbsterklärungsaspekt miteinander in Verbindung zu bringen und in dem jeweiligen Designerstück zu vereinen.

Altbewährte Designerformen werden neu entdeckt und in ihrer Funktionalität optimiert sowie neu kreiert. Und schlicht und einfach bedeutet ja schließlich nicht zugleich schlecht und langweilig. Eigentlich ist es kein Wunder, dass es soweit gekommen ist, was weder wertend noch proklamierend klingen soll. Doch in Zeiten der Globalisierung, der Umweltkatastrophen und der Wirtschaftskrisen müssen sich auch Designer auf die Bedürfnisse der Gesellschaft und der Zielgruppe von ihrer Arbeit richten. Und was die Gesellschaft von heute braucht ist Stabilität und Garantie – zumindest noch bei ihren Möbeln im häuslichen Heim.

Der red dot design award: Nur funktionales und schönes Design kann punkten!

Das Design Zentrum Nordrhein-Westfahlen hat sich seit Jahren darum bemüht, aus der Hülle und Fülle der weltweiten Designer diejenigen herauszupicken, deren Design sowohl funktional als auch optisch ansprechend und überzeugend ist. Und unter den diesjährigen Teilnehmern und eingereichten Designobjekten konnte sich obiger Trend bestätigen lassen: Was der Jury aufgefallen ist, waren der Rückgriff auf etablierte Stilmittel, klare Formen, schlichte Oberflächen und robustes Design. 12000 Hersteller aus 60 Ländern haben sich angemeldet und ihre Schmuckstücke eingereicht -die schönsten und praktischsten wurden mit dem begehrten roten Punkt ausgezeichnet, mit dem sie sich nun rühmen und daran erfreuen können.

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